Wenn du Schnittanpassung lernen möchtest und dich zum ersten Mal damit beschäftigst, fühlt sich das oft größer und komplizierter an, als es wirklich ist. Die meisten meiner Kurs-Teilnehmerinnen starten mit einer ganz simplen Erstausstattung und sind super happy mit ihren Ergebnissen.
Die gute Nachricht: Du brauchst keine Profi-Ausrüstung, kein Spezialzubehör und kein voll ausgestattetes Nähatelier. Als ich selbst angefangen habe, Schnitte anzupassen, habe ich mit sehr einfachen Mitteln gearbeitet. Zwar habe ich mit der Zeit auch Dinge ausprobiert, die man angeblich „unbedingt“ benötigt, aber ich bin dann recht schnell wieder zu meiner Grundausstattung zurückgekehrt. Wichtig ist nämlich nicht, dass du das neueste Nähgadget hast, sondern wie sinnvoll es ist.
Im aktuellen Passform-Grundkurs haben wir uns in der ersten Live-Einheit mit dem notwendigem Zubehör für die Schnittanpassung beschäftigt. In diesem Artikel zeige ich dir, welches Material du für den Start wirklich brauchst, worauf du achten solltest – und was du dir ganz entspannt sparen kannst.
Gleich eine Entwarnung: Für die Schnittanpassung brauchst du kein spezielles, teures Schnittmusterpapier. Ich arbeite seit Jahren am liebsten mit etwas festerem Packpapier, das nicht zu dünn ist. Dafür verwende ich gern gefaltete Packpapierbögen, da Packpapier von der Rolle nicht so schön plan liegen bleibt. Leider ist mein bisher verwendetes Packpapier von Herlitz kaum noch erhältlich, weshalb ich nach Alternativen gesucht habe. Besonders zufrieden bin ich jetzt mit sogenanntem Schrenzpapier, das meist bräunlich oder grau ist und was es als große Bögen mit 75 x 100 cm erhältlich ist. Unten findest du einen Link dorthin.
Warum das so gut funktioniert?
Dieses Papier ist schon mit 80 g/qm sehr stabil, lässt sich gut beschriften und problemlos mehrfach zusammenkleben und wieder lösen. Gerade bei der Schnittanpassung werden Linien verlängert, Teile auseinander geschnitten und neu zusammengesetzt – da ist stabiles Papier Gold wert. Zu dünnes Papier reißt schnell oder verzieht sich beim Kleben, was die Arbeit unnötig frustrierend macht.
Mein Tipp aus der Praxis:
Lieber ein etwas festeres Papier wählen, das ruhig „Arbeitscharakter“ haben darf. Schnittanpassung ist kein Schönzeichnen, sondern ein handfester Prozess. 💪
Nachteil:
Das Packpapier ist nicht transparent, d.h. es eignet sich nicht zum Abpausen von Schnittmustern.
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In meinen Videos und Zoom-Lives verwende ich oft Filzstifte für die Hilfslinien bei der Schnittanpassung, weil man sie in der Kamera besser sieht. Für deine eigene Schnittanpassung empfehle ich dir jedoch ganz klar einen Bleistift oder einen dünnen Fineliner.
Gerade am Anfang werden Linien häufiger korrigiert, verschoben oder komplett neu gezeichnet. Ein Bleistift ist hier praktisch, weil du jederzeit radieren kannst. Fineliner in verschiedenen Farben eignen sich gut, wenn du bestimmte Linien hervorheben möchtest – zum Beispiel ursprüngliche Linien im Vergleich zur Anpassung.
Ein typischer Anfängerfehler ist es, direkt mit dicken Markern zu arbeiten. Das wirkt zwar klar, lässt aber kaum Spielraum für Korrekturen. Schnittanpassung darf und soll ein Prozess sein und keine Perfektion.
Das Maßband ist eines der wichtigsten Werkzeuge bei der Schnittanpassung – und gleichzeitig eines der am meisten unterschätzten. Ein gutes Maßband sollte:
Extra-Tipp:
Ich persönlich arbeite zudem sehr gern mit mehrfarbigen Maßbändern, zum Beispiel wenn 10-cm-Abschnitte sich farbig abwechseln. Das klingt nach einem kleinen Detail, ist aber in der Praxis ein großer Unterschied: Du erkennst schneller, wo du bist, und vermeidest ärgerliche Ablesefehler.
Ein gutes Maßband ist zum Glück nicht teuer. Ich empfehle das hier von Prym mit 1,50 m Länge:
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Vielleicht für dich eine Überraschung: Zum Zeichnen von Armloch, Armkugel & Co. brauchst du eigentlich keine Kurvenlineale. 😀 Ich selbst habe eines, aber benutze es so gut wie gar nicht mehr. Am besten finde ich ein langes Patchwork-Lineal mit etwa 60 cm Länge und 15 cm Breite, zusammen mit einem großen Geodreieck. Diese beiden sind hervorragend geeignet, um Schnitte zu verlängern, Linien parallel zu zeichnen und Winkel zu kontrollieren. Dazu verwende ich gern noch ein Handmaß, um Markierungen und kleinere Maße abzutragen.
Und die Kurven und Rundungen?
Zeichnest du mit der Zeit am besten und schnellsten von Hand. Das bedarf etwas Übung, aber wird dir in kurzer Zeit leicht von der Hand gehen.
Praktisch, aber kein Muss – ist übrigens ein biegsames Lineal, um kurvige Strecken auszumessen, etwa an Armausschnitten oder Seitennähten. Falls du das nicht hast: Kein Problem, auch das Maßband erfüllt diesen Zweck.
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Für die Schnittanpassung benötigst du eine Papier- oder Universalschere. Damit schneidest du Papier-Schnittteile und arbeitest mit Klebeband.
Ganz wichtig: Stoffscheren gehören niemals an Papier. Papier macht die Klingen stumpf – und das merkst du irgendwann beim Stoffzuschnitt. Ich empfehle deshalb ganz bewusst eine separate Schere nur für Papierarbeiten bei der Schnittanpassung.
Es reicht hier eine schlichte Haushaltsschere, die es überall zu kaufen gibt.
Beim Anpassen von Schnittmustern wird viel geklebt. Ich arbeite fast ausschließlich mit Klebefilm, weil er sich bei Bedarf wieder vorsichtig ablösen lässt. Das ist besonders am Anfang wichtig, wenn du noch ausprobierst, misst, korrigierst und neu ansetzt.
Klebestifte oder Kleberoller sind zwar bequemer, aber auch dauerhaft und genau das ist bei der Schnittanpassung oft ein Nachteil. Du möchtest flexibel bleiben und Änderungen rückgängig machen können, ohne das Papier kaputt zu machen.
Von Tesa gibt es einen praktischen Mini-Abroller, den ich sehr liebe (man kann ihn perfekt auf den Finger stecken):
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Auch wenn es oft nur um wenige Zentimeter geht: Bei der Schnittanpassung wird gerechnet. Maße prüfen, Mehrweiten addieren, Umfänge dividieren, Abnäherposition, Längenanpassungen – das geht nicht immer im Kopf.
Ein Taschenrechner hilft dir, konzentriert zu bleiben und Rechenfehler zu vermeiden. Ich habe immer einen in Griffnähe, selbst wenn ich theoretisch im Kopf rechnen könnte. Ein Handy geht natürlich auch.
Wenn du tiefer in die Schnittanpassung einsteigst, kommen ein paar kleine Helfer dazu, die ich regelmäßig nutze:
Für den Start brauchst du das alles noch nicht. Aber sobald du intensiver mit Passform arbeitest, sind diese kleinen Helfer sehr wertvoll.
Zum Schluss noch etwas, das mir besonders wichtig ist: Du brauchst kein teures Spezialzubehör, keine Kurvenlineale, keine Profi-Schnittpapierrollen und keine Schneiderpuppe, um mit der Schnittanpassung zu starten.
Gute Passform entsteht nicht durch Equipment – sondern durch Verständnis, Geduld und vor allem Übung. 🩷
Wenn du es gern kompakt magst und direkt Loslegen möchtest Schnittanpassung zu lernen, findest du hier eine Zusammenfassung über alles, was du für die Schnittanpassung benötigst:
Wenn du gern unter meiner Anleitung in die Schnittanpassung starten möchtest, halte Ausschau nach kommenden Kursen. Diese findest du auf auf meiner Webseite! 🤗
🍐birnenschöne Grüße, deine Cindy
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Über die Autorin

Cindy
Cindy ist Gründerin von birnenschön nähen und bietet Online-Nähkurse und Nähcoachings für Frauen mit Birnenfigur an, damit sich die Teilnehmerinnen eine selbstgenähte Garderobe aufbauen können, die perfekt zu ihrer Figurform passt.
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